Heute sind alle Parzellen vergeben. Wir können die Erholung im Grünen genießen und unsere Freizeit mit Gärtnern und handwerklichen Tätigkeiten gestalten. Viele "Priesterfelder" schätzen die gastronomischen und kulturellen Angebote der Region und die sozialen Kontakte, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben.
Als sich die Wellen wieder etwas gelegt hatten, erfolgte 1993 ein herber Rückschlag, der sich aber dann doch sehr segensreich entwickelte. Das betreffende Grundstück lag nämlich sehr verkehrsgünstig an der Autobahn (zwischen Ortsausgang Vehlefanz rechter Hand bis zur AB-Auffahrt. Einigen Lokalpolitiker*innen ware aufgefallen, dass die Region im Verlauf der Wende-Euphorie von den erwarteten "blühenden Landschaften" profitieren könnte. Kurz: Das Gelände war doch wie geschaffen für ein Vehlefanzer Gewerbegebiet mit Hotelanlage und ähnlich lukrativen Anlagen. Der Flächennutzungsplan wurde geändert und wir waren unserer Pläne beraubt.
Kirchengelände zur Erbpacht
Glücklicherweise zeigte der Gemeindekirchenrat Mitgefühl und hatte eine gute Idee: Es gäbe in Klein-Ziethen noch Kirchengelände, das zu verpachten sei. Es läge aber etwas vom Schuss und habe einen Nachteil, der uns doch gesagt werden müsse: "Im Frühjahr und Herbst ziehen die Kraniche durch und machen einen ziemlichen Krach." Das schreckte uns natürlich nicht. So landeten wir also in Klein-Ziethen und haben diese Platzwahl nie bereut.
Wir konnten dann problemlos mit der Kirche einen Hauptpachtvertrag abschließen. Alle Probleme schienen lösbar. Zur allgemeinen Freude übertrag die Gemeinde uns noch unentgeltlich den Ortsteich mitsamt umliegendem Gelände zur Anlage eines kleinen Vereinsparks. Die Sanierung des Teichs, so stellte es sich bald heraus, hätte allerdings die finanziellen Möglichkeiten des Vereins weit überschritten. Die Gemeinde erklärte sich dann bereit, den Teich zurückzunehmen, wenn wir eine Spende für den Kindergarten in Höhe von 40.000 DM beibrächten. Damit begann ein finanzieller Engpass für den Verein, der immer kritischer wurde, je mehr Mitglieder wegen der ungewissen Zukunft ihren Austritt erklärten. Schließlich waren nur noch etwa 20 Unentwegte übriggeblieben, die das Wagnis eingehen wollten.
Erschließungsplan erstellt
Um die Erschließung endlich anzugehen, wurde Kontakt zu einem Bauunternehmen aufgenommen, das einen Erschließungsplan erstellte, der sich auf 1,5 Millionen DM belief. Der damalige Vorsitzende, Helmut Krause, sah die einzige Möglichkeit, dass jedes verbliebene Mitglied einen Kreditvertrag über 80.000 DM zeichen sollte, um damit die Erschließung zu finanzieren. Die anderen Vorstandsmitglieder hielten dies für nicht machbar und äußerten außerdem Zweifel an der Kostenrechnung des Erschließungsplans. Während der diesbezüglichen Auseinandersetzung erklärte Helmut Krause seinen sofortigen Rücktritt und trat aus dem Verein aus. Damit war der Fortbestand des Vereins in Frage gestellt.
Es wurde beschlossen, mit den vorhandenen geringen finanziellen Mitteln eine schrittweise Erschließung des Geländes vorzunehmen. Nach Neueintritten von Mitgliedern sollte weitergemacht werden. Die konkrete Durchführung der Erschließungsmaßnahmen wurde von engagierten Mitgliedern übernommen. Trotz einiger Pannen, die sich im Verlauf der Arbeiten einstellten, war dieser Weg letztendlich erfolgreich.
Es war dies die schwierigste Phase in der Vereinsgeschichte, in der eine Zahlungsfähigkeit und damit das Ende des Vorhaben drohten.
Erschwerend kam dabei hinzu, dass sich die Baugenehmigung immer wieder verzögerte. 37 Behörden waren an dem Verfahren beteiligt, die in einem doppelten Durchgang ihre Zustimmung geben mussten. Ein Beispiel für die fast unlösbaren Auflagen: Die eine Behörde verlangte eine Versiegelung des Parkplatzes wegen Grundwasserschutzes, die andere verbot dies wegen zu großer Versiegelungsflächen. Über Jahre hieß es: "Die Genehmigung ist fast durch, nur noch ...".
Baugenehmigung erteilt
2002, nach sieben Jahren, erfolgte dann endlich die Inkraftsetzung der Genehmigung. In der Zwischenzeit war es schwierig, Neumitglieder zu gewinnen, da den meisten Interessierten das Vorhaben zu riskant schien.
Ein weiterer schwerer Rückschlag war die Forderung des kirchlichen Vermögensamtes Brandenburg, Erbpachtzahlungen auch für nicht vergebene Parzellen zu leisten - dies rückwirkend bis zu einem früheren Zeitpunkt. Ärgerlich daran war, dass der Vorstand diese Angelegenheiten mit den direkt zuständigen kirchlichen Gremien, Gemeindekirchenrat und Pastor, einvernehmlich geregelt hatte. Diese zusätzlichen Zahlungen belasteten die Mitglieder finanziell, wurden aber durch die schließlich steigenden Mitgliederzahlen auf mehr Schultern verteilt. Auch der aufgenommene Kredit war in wenigen Monaten abbezahlt.
Aktive Gemeinschaft
Die gemeinsam durchgestandenen Schwierigkeiten habe einem Großteil der Mitglieder ein Zusammengehörigkeitsgefühl geschaffen, was sich bei Feierlichkeiten und gemeinsamen Aktionen zeigt. So wurden beispielsweise alle Pflanzungen, die im Bebauungsplan vorgesehen sind, in Eigenarbeit durchgeführt. Bisher konnten auch die Pflege und Instandhaltung selbst geleistet werden. Es wurde ein Gerätehaus errichtet, das später erweitert werden musste, um alle Geräte und die Fest-Garnituren und -zelte unterzubringen. Auch notwendige Reparaturen werden, soweit möglich, in Eigeninitiative erledigt.
Hervorzuheben sind ebenfalls die diversen Feste, die mit großem Engagement vorbereit und durchgeführt werden, teilweise in Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Klein-Ziethen Legendär war die Zehn-Jahres-Feier im Sommer 2001 mit Live-Musik der Berliner Band Past Perfect und Tanz auf dem Parkplatzgelände. Auch das 20jährige Jubiläum wurde mit einem Fest gefeiert, auf dem die Rückblicke auf die Vereinsgeschichte im Vordergrund standen.

